Eine Leerfahrt wird im öffentlichen Verkehr genutzt, um zum Beispiel neue U-Bahnfahrer auszubilden, sie ist zugleich auch eine Lehrfahrt.
Die Idee der Leerfahrt, als ein Zustand der Unwissenheit, ist Momentum und Motiv von Leerfahrt Rhein.
In diesem Projekt haben wir uns der Herausforderung gestellt auf dem Rhein von Moment zu Moment abzuwägen, vorauszusehen, zu manövrieren und uns in Mobilität einzurichten. Im Selbstversuch prüften wir unsere Beobachtungsgabe und fanden heraus was für bewegende Konsequenzen sich aus dem Zusammenspiel von Wolken und Sonne oder den Kurven und Strömungen des Rheins ergeben. Nicht Handbücher sondern unsere Schlussfolgerungen befähigten uns Risiken zu meistern. Gespräche und Begegnungen mit "Anrheinern" gewährten zum Beispiel Einblicke in die nahe und ferne Vergangenheit des Rheins, in unsichtbare Funde und die Verquickung von Hochwasser mit verschwundenen Rheinarmen und Auen.




Die Suche nach lebendigem Wissen, das nirgendwo niedergeschrieben ist prägte den Sport. Was kann auf dem Wasser selbst, durch präzises Fragen und Beobachten erfahren und herausgefunden werden, ohne das konservierte Wissen der Geschichtsbücher, Reiseführer, Wikipedias und des Internets zu durchsieben? Welchem Rhein begegnet man, wenn nicht Sehenswürdigkeiten abgeklappert werden, sondern ein festgelegtes Intervall von 10 km zwischen Paddeln und Halten/Aufzeichnen die Reise bestimmt?




Nach einem einwöchigen Ordnen und Sortieren unserer Unternehmung im Sommerlabor Borderlines stellten wir Leerfahrt Rhein im Kunsthaus ArToll aus.
Dieser von einer direkten Erfahrung geprägte Lernprozess ist während der Fahrt mit den Mitteln der Tuschezeichnung, des Schreibens und Videoaufnahmen von uns festgehalten worden.
Das Projekt wurde durch die Unterstützung von Kanu-Sport Schulte (Erpel), Kunst Haus ArToll (Bedburg Hau), Ruth Pauli, Frank Weber, Christa Tvedt und Alexander Pauli möglich gemacht.



